TERRA SAMBA - Das ABC des Samba
Terra Samba - Land des Samba. Dieser Name ist Programm. Seit die Gruppe 1998 mit dem Megahit "Liberar Geral" die Herzen der Brasilianer im Sturm eroberte, verging nicht ein Jahr, ohne dass die Formation aus Salvador da Bahia mit sonnigen Melodien und einer unwiderstehlichen Melange aus brasilianischen und karibischen Rhythmen ihre Landsleute in Taumel versetzte. Ursprünglich wurde die Gruppe von Mario Ornellas und Edson Souza, zwei ehemaligen Percussionisten der populären Pagode-Truppe Gerasamba (É O Tchan), ins Leben gerufen. In kürzester Zeit arbeitete sich Terra Samba vom lokalen Geheimtipp zu einer der gefragtesten Karnevals-Attraktionen der Stadt hoch. Als der charismatische Sänger Reinaldo Nascimento dazu stieß, versetzte dies der Karriere den entscheidenden Impuls. Mehr als vier Millionen Mal verkauften sich ihre diversen Alben bis heute. "Carrinho De Mão", "Banho De Chuveiro" und "Na Manteiga" heißen weitere Hits aus eigener Produktion, welche in Brasilien jedes Kind mitsingen kann. Nach zwei Amerika- und drei Europatourneen entführen Terra Samba das Tübinger Publikum erneut ins Land des Samba. Sambafieber garantiert!
JAIR RODRIGUES, LUCIANA MELLO und JAIR OLIVEIRA - Eine Künstlerdynastie überbrückt Zeiten und Stile
Jair Rodrigues zählt zu den lebenden Legenden der Música Popular Brasileira. 1962 landete er mit "O Morro Não Tem Vez" seinen ersten Hit. Zwei Jahre darauf erfand er mit seinem lässigen Sprechgesang im swingenden "Deixa Isso Pra Lá" den brasilianischen Rap. Zugleich schrieb er als Moderator an der Seite von Elis Regina mit der Musiksendung "O Fino da Bossa" TV-Geschichte. Und 1966 teilte sich sein Song "Disparada" mit Chico Buarques "A Banda" den ersten Platz beim alljährlichen Songfestival in São Paulo. Mit tatkräftiger Unterstützung seines Sohnes Jair Oliveira, der dessen mittlerweile 41. Platte produzierte, gelang Rodrigues kürzlich ein erstaunliches Comeback.
Luciana Mello sang bereits mit sechs Jahren auf einer der Platten ihres Vaters mit. 1989 trat sie der Gruppe ihres Bruders "Jairzinho e a Patrulha do Barulho" bei, bis sie 1994 ihr erstes Soloalbum veröffentlichte - mit illustren Gäste wie Emílio Santiago, João Marcello Boscoli und Shooting Star Max de Castro.
Derweil sorgt Jair Oliveira mit butterweichem Schlafzimmer-Soul dafür, dass Brasiliens R&B-Künstler auch im neuen Jahrtausend am Ball bleiben. Sein 2000 erschienenes Debüt "Dis´Ritmia" erhielt glänzende Kritiken für seine Mixtur aus Samba, Jazz, R&B, Hip Hop, Funk und Soul, welche er selbst als "Música Global Brasileira" bezeichnet. Doch seine Wurzeln kann auch der Sohn des legendären Samba-Crooners nicht verleugnen. Das Allroundtalent aus São Paulo beherrscht ebenso gekonnt die traditionellen Rhythmen seiner Heimat.
Erstmals präsentieren sich Jair Rodrigues, Luciana Mello & Jair Oliveira mit Band in diesem Jahr gemeinsam auf den Bühnen Europas. Beim diesjährigen Tübinger Brasil-Festival überbrückt die renommierte Künstlerfamilie Zeiten, Generationen und Stile.
FALAMANSA - Forró De Sangue Novo
Wie der Samba aus Rio gehört auch der Forró aus dem ländlichen Nordosten seit über hundert Jahren zur brasilianischen Tradition. Doch neuerdings feiern junge Musiker aus Sao Paulo und ein Sanfoneiro aus Pernambuco mit dem populären Rhythmus in den Metropolen Riesenerfolge. Wenn sich die langezeit als rückständig verpönten Klänge plötzlich auch bei der Jugend in den Städten ungeahnter Beliebtheit erfreuen, dann liegt das an Brasiliens neuer Forró-Boy-Group. Falamansa gelingt es, Tradition und Moderne auf einen Nenner zu bringen. Allseits bekannte Forró-Klassiker aus der Feder von Luís Gonzaga, Jackson do Pandeiro und dem Trio Nordestino vereint die Gruppe mit Eigenkompositionen wie "Xote Dos Milagres" oder "Rindo À Toa" zu einer vibrierenden Melange. Und so ging ihr Debütalbum "Deixa Entrar" weit mehr als eine Million Mal über die Ladentische. Die Karriere der Gruppe begann vor fünf Jahren. Damals belegte der Sänger Ricardo Cruz alias Tato, Student an der Mackenzie-Universität, mit seiner Komposition "Asas" den zweiten Platz bei einem Talent-Wettbewerb. Im Handumdrehen rekrutierte er seine Band aus Freunden und Komilitonen: Zu Dézinho (Percussion) und Alemão (Zabumba) gesellte sich schließlich u.a.mit Valdir do Acordeon noch ein echter Veteran an der Quetschkomode. So präsentiert die ehemalige Studentenband aus Sao Paulo ihren Forró in urtraditioneller Grundbesetzung: mit Sanfona (dem brasilianischen Akkordeon), Triangel und Zabumba, einer handgeschlagenen Basstrommel, zugleich als Trio Pé-De-Serra mit Sänger. Seit ihrem sensationellen Erfolgteilen sich Falamansa mit altgedienten Stars wie Elba Ramalho die Bühne. Sie verwandeln den Tübinger Marktplatz bei Ihrem ersten Europaauftritt in die größte Open Air "Forró-teque" außerhalb Brasiliens.
|
|